Nov 29, 2020

Corona und Schule


Vorgezogene Weihnachtsferien - Angebote an Eltern

Die Weihnachtsferien werden in Bayern und bundesweit auf den 19. Dezember vorgezogen. Für manche Eltern jüngerer Kinder wird das Probleme aufwerfen, besonders wenn für die Betreuung der Kinder keine Urlaubstage mehr zur Verfügung stehen und Arbeiten im Homeoffice nicht möglich ist.

Damit die Betreuung der Kinder sichergestellt werden kann, wird es eine Notbetreuung in den Schulen geben, hat das Kultusministerium mitgeteilt. Das Angebot wendet sich nicht nur an Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen.  Berechtigt werden beispielsweise auch Alleinerziehende sein und Eltern, die keine Urlaubstage mehr haben. "Mein Ansatz ist, es großzügig auszulegen und denjenigen, die in der entsprechenden Situation sind, ihre Kinder nicht betreuen zu können, die Möglichkeit zu geben", sagte Piazolo.

Eltern, die dieses Angebot in Anspruch nehmen möchten, sollten sich möglichst bald mit der Schule in Verbindung setzen.

Welche Rechte haben Eltern?

Falls es bei dieser Regelung zu Schwierigkeiten kommen sollte und Eltern ihre Kinder in der versprochenen Notbetreuung nicht unterbringen können, gilt die Vorschrift des § 56 Abs. 1a Infektionsschutzgesetz. Danach haben berufstätige Eltern, die wegen einer behördlichen Schließung oder eines Betretungsverbots der Betreuungseinrichtungen ihrer Kinder einen Verdienstausfall erleiden, einen Entschädigungsanspruch.

Betriebliche Lösung suchen

Gibt es keinen Betreuungsplatz oder sollen die Kinder zu Hause betreut werden, sollten die Eltern mit ihrem Arbeitgeber über die Situation reden und nach einer gemeinsamen Lösung suchen. In vielen Fällen wird auch der Betriebsrat und die betriebliche Gleichstellungsstelle hilfreich sein.

Ein Recht auf Homeoffice gibt es derzeit leider noch nicht. Aber:  die Bundesregierung hat im Zusammenhang mit den beschlossenen Maßnahmen gegen die Pandemie an die Arbeitgeber appeliert, den Beschäftigten Heimarbeit oder mobiles Arbeiten zu Hause zu ermöglichen.

 

BR 24 gibt weitere Tips

In einem FAQ von BR 24 erhalten die Eltern weitere Hinweise, welche Rechte und Möglichkeiten den Eltern zur Verfügung stehen:

Kann ich mir spontan freinehmen?

Wer nach diesem Jahr noch Urlaubstage hat, kann anbieten, Urlaub zu nehmen. Möglich wäre es auch, Überstunden zu nehmen oder - wer hat - das Gleitzeitkonto für diese beiden zusätzlichen Ferientage einzusetzen. Wer einen verständnisvollen Arbeitgeber hat, kann unter Umständen auch diese zwei Tage von seinem Urlaubskonto 2021 vorziehen. Unbedingt beachten: Einfach von der Arbeit fern zu bleiben, ist nicht ratsam, denn wer ohne Ankündigung vom Arbeitsplatz fernbleibt, riskiert eine Abmahnung. Immer nur in Absprache mit dem Arbeitgeber zuhause bleiben.

Wie werde ich unterstützt, wenn ich meine Kinder selbst betreuen muss?

Sind die Schulen wegen der Pandemie geschlossen, kann sich generell ein Elternteil zu Hause um den Nachwuchs kümmern – zumindest wenn der nicht älter als zwölf Jahre ist. Denn nur bis zu diesem Alter geht man von einer Betreuungsbedürftigkeit aus. Und für diese Betreuung können erwerbstätige Eltern laut dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales auch einen Entschädigungsanspruch geltend machen. In das Infektionsschutzgesetz ist ein Entschädigungsanspruch für Verdienstausfälle bei behördlicher Schließung von Schulen, Kitas und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen zur Eindämmung der gegenwärtigen Pandemie aufgenommen worden. Die Vorschrift des § 56 Abs. 1a Infektionsschutzgesetz gewährt erwerbstätigen Personen, die ihr Kind selbst beaufsichtigen, betreuen oder pflegen müssen und aufgrund einer behördlichen Schließung oder eines Betretungsverbots der Betreuungseinrichtungen einen Verdienstausfall erleiden, einen Entschädigungsanspruch. Bei gemeinsamer Betreuung erhalten Eltern eine Entschädigung für bis zu zehn Wochen Verdienstausfall, bei alleiniger Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege bis zu 20 Wochen.